Unternehmensführung

Outsourcing in der Unternehmensführung: wann es sich für ein KMU lohnt

Redaktion ERUNNA SAVeröffentlicht 6 Min. Lesezeit

Im KMU kümmert sich die Inhaberin oder der Inhaber oft um alles: Kunden, Lieferanten, Personal, Administration, Marketing. Outsourcing heisst nicht, die Kontrolle abzugeben, sondern zu entscheiden, welche Aufgaben die eigene Zeit verdienen und welche jemand besser erledigt, der sie täglich macht.

Anzeichen, dass es Zeit ist

  • —Die Geschäftsleitung verbringt mehr Zeit mit Administration als mit Kunden und Produkt.
  • —Fachwissen, das nur wenige Tage im Monat gebraucht wird (Marketing, Controlling, Organisation), rechtfertigt keine Anstellung.
  • —Abläufe hängen an einer einzigen Person: Fällt sie aus, steht alles still.
  • —Digitale Werkzeuge wurden gekauft, aber nie richtig eingeführt.
  • —Wachstum, ein neuer Standort oder der Schritt in eine andere Sprachregion ohne die nötige Struktur.

Was man auslagert und was nicht

Gut auslagern lässt sich, was Fachwissen verlangt, aber nicht zum Kern gehört: Organisation der Abläufe, Projektleitung, Marketing und Positionierung, Events, Einführung digitaler Werkzeuge und künstlicher Intelligenz.

Im Haus bleiben strategische Entscheide, die persönliche Beziehung zu Schlüsselkunden und alles, was das Unternehmen von der Konkurrenz unterscheidet. Ein guter Partner hilft, besser zu entscheiden – er entscheidet nicht an Ihrer Stelle.

Extern, intern oder gemischt

Eine interne Person kennt das Unternehmen, kostet aber auch in ruhigen Monaten und bringt nur ein Fachgebiet mit. Ein externer Partner bringt mehrere Kompetenzen und wird nach Leistung bezahlt, muss das Unternehmen aber erst kennenlernen. In den meisten KMU funktioniert ein gemischtes Modell: eine verantwortliche Person im Haus und ein externer Partner, der Methode und Kapazität bei Bedarf liefert.

So wählen Sie den Partner

  • —Erfahrung mit KMU Ihrer Grösse, nicht nur mit Konzernen.
  • —Eine Ansprechperson, die koordiniert, statt mehrerer Anbieter.
  • —Sprache und Marktkenntnis: In der Schweiz zählt Arbeit auf Deutsch, Französisch und Italienisch.
  • —Transparenz bei Daten und Werkzeugen: wo Ihre Daten liegen, wer Zugriff hat.
  • —Zu Beginn vereinbarte, messbare Ziele.

So messen Sie den Erfolg

Vor dem Start lohnt es sich, wenige Kennzahlen festzulegen: freigewordene Stunden der Geschäftsleitung, Antwortzeiten gegenüber Kunden und Lieferanten, eingehaltene Termine, Kosten im Vergleich zur internen Lösung. Nach drei Monaten werden die Zahlen verglichen und es wird entschieden: weiterführen, ausbauen oder ändern.

Häufige Fragen

Lohnt sich Outsourcing auch für ein kleines Unternehmen?+

Oft gerade für ein kleines: Es kann nicht alle Kompetenzen intern halten, und sie nur bei Bedarf zu bezahlen ist tragbarer.

Verliert man die Kontrolle über das Unternehmen?+

Nein, wenn die Entscheide im Haus bleiben und der Partner an vereinbarten Zielen und Kennzahlen arbeitet, mit regelmässigen Updates.

Wie lange dauert ein Mandat?+

Es kann ein Projekt mit Anfang und Ende sein, etwa die Neuorganisation eines Ablaufs, oder eine laufende Unterstützung. Am besten beginnt man mit einem klar begrenzten Bereich und prüft die Ergebnisse.

Möchten Sie das in Ihrem Unternehmen umsetzen?

Ein unverbindliches Erstgespräch – auf Deutsch, Italienisch, Französisch oder Englisch.